
Die Radsportsaison rollt mit Wucht los: Bei den Profis sind die Sieger der ersten ganz großen Rennen gekürt, doch auch auf nationaler Ebene geht es gleich mit Vollgas in die ersten Veranstaltungen. Mit von der Partie sind auch die Asse aus dem Team Schäfer Shop des RSC Betzdorf, die mit hohen Ambitionen und mehreren Neuzugängen in die Saison gehen.
Die Siegtaler freuen sich über den Einstieg des Altenkircheners Robin Schürdt, der mit 31 Jahren seinen Einstand im Renngeschäft geben wird. Nachdem er zuvor viele Jahre als Fußballer im Mittelfeld der SG Neitersen aktiv war und dort als Identifikationsfigur galt, schlägt Schürdt nun neue Wege ein und hat beim RSC Betzdorf ein ideales Umfeld gefunden, um schnell an die Feinheiten des Radsports herangeführt zu werden. In der Eliteklasse vertritt er die Betzdorfer Farben gemeinsam mit Julius Butenschön.
Viel Erfahrung weitergeben können auch die beiden weiteren Zugänge des RSC Betzdorf, die genau genommen Rückkehrer sind. Rundstrecken-Routinier Till Neschen will es noch mal so richtig wissen und kehrt nach drei Jahren Rennpause zurück. Mit 42 Jahren geht er ab jetzt in der hart umkämpften Masters-2-Klasse an den Start. Teile des Trainings bestreitet er mit seiner Partnerin Mia Krammer. Die 31-jährige Architektin aus Düsseldorf hatte ebenfalls drei Jahre pausiert und startet in der Frauenklasse.
In dieser wird sie bei vielen Rennen gemeinsam mit Francis Cerny agieren, die sich derzeit noch im Trainingslager in Lanzarote den letzten Schliff für die Saison holt. „Weniger arbeiten, mehr trainieren“, formuliert Cerny schmunzelnd einen Wunsch, den sie mit so ziemlich jedem Fahrer in den Lizenzklassen unterhalb der Profiebene teilen dürfte. „Mein Ziel ist, gut bei der Masters-DM in Görlitz zu performen und hier und da aufs Podium zu klettern.“ Nach einem Sieg und zehn Top-15-Platzierungen in der vergangenen Saison wird eine Steigerung nicht leicht. Cerny probiert es aber: „Der Winter war schon mal gut. Eine bessere Grundlage für den Sommer ist vorhanden.“
Die Titelkämpfe der Masters in Görlitz sind auch für mehrere weitere RSC-Fahrer ein Saisonhöhepunkt: Martin Rommelfanger (Masters 4) hat das Rennen bereits dick im Kalender angestrichen, fährt in diesem Jahr allerdings sein Trainingpensum etwas runter und will erst ab Herbst die Umfänge wieder erhöhen, um die Masters-WM 2027 in Frankreich ins Visier zu nehmen.
Wenig Kompromisse wird hingegen Marcel Brech machen, für den die neue Saison eine besondere ist. Im Radsport werden die Mastersklassen in Zehn-Jahres-Schritten eingeteilt – und nach einer Saison, in der er mit 49 Jahren stets zu den Ältesten der Masters 2 zählte, freut sich Brech darauf, nun bei den Masters 3 ein Jungspund zu sein. Das Ziel ist simpel: Brech will so viele Platzierungen wie möglich einfahren und wird sich dabei hauptsächlich auf die Rundstrecke konzentrieren, auf welcher er seine Stärken besonders gut ausspielen kann. Beim Bellheimer Frühjahrskriterium über 40 km hat er am Sonntag als Zwölfter bereits die ersten Ranglistenpunkte eingesackt – Durchschnittstempo 43 km/h.
Bei den 50- bis 59-Jährigen hat er mit Frank Stühn und Jörg Winzen zwei Mitstreiter, mit denen er in den Rennen eine Teamstrategie verfolgen kann, zumal beide ebenfalls stark auf der Rundstrecke sind. Mein Ziel sind mehrere Top-Ten-Platzierungen und mindestens ein Podestplatz“, sagt Stühn. „Gleichzeitig will ich unseren Verein und Sponsor bei den Rennen engagiert und sportlich fair vertreten.“
Das Pendant zu Marcel Brech bei den Senioren 4 ist Zeitfahrspezialist Michael Graben, der in der „Ü60“ nun im jüngsten Jahrgang ist und sich somit bessere Platzierungen als in den Vorjahren ausrechnen kann. „Ein Sieg, zumindest in meiner Altersklasse, wäre noch mal schön. Bei den Landesmeisterschaften Anfang Mai möchte ich auf das Podium. Gleiches gilt für die Zeitfahrserien am Niederrhein.“ Allein schon beim Horst-Niewrzol-Cup und bei der Serie „Op der Panzerstross“ am Kölner Flughafen summieren sich für ihn 19 Wettkämpfe.
Graben ist nicht der einzige „Spezialist“ im Betzdorfer Radsportkollektiv, das viele Sparten abdeckt. Elias Jakobs fährt zwar auch klassische Straßenrennen, ist aber vor allem auf lange und harte Bergprüfungen spezialisiert – vor allem beim legendären Ötztaler Radmarathon will er nach einer starken Premiere im vergangenen Jahr nun noch mal einen draufsetzen. Frank Stühn ist Titelverteidiger bei der Darmstädter Sommerbahnmeisterschaft, Jörg Winzen hat bereits die im Herbst beginnenden Cyclocrossrennen im Blick und Julius Butenschön will sich gerne bei der Gravel-DM am Nürburgring beweisen.



















